SEG-Wasserrettung

Bootsdienst

Motorrettungsboote

Um ein schnelles Erreichen der Einsatzstelle, als auch einen schnellen Abtransport von Verletzten sicherstellen zu können, besitzen die Wasserrettungsorganisationen Motorrettungsboote. Da der Bereich des schwarzen Regens, das Haupteinsatzgebiet der Wasserwacht OG Viechtach darstellt, haben wir für diesen Bereich eine Sondergenehmigung, um unsere Motorrettungsboote betreiben zu dürfen. Um einen sicheren Umgang und die Kenntnis über Untiefen sicherstellen zu können, bedarf es einigen Übungsfahrten, welche über das Jahr verteilt werden.

 

Wasserwacht Viechtach 99/1 Wasserwacht Viechtach 99/2

Infos:
Typ: Crestliner Waverunner EX Sport
Kategorie: Kat. I RWC( Rescue Water Craft)
Baujahr: 1998 2017
Motor: Honda Yamaha
Leistung: 40 PS 110 PS
Personen: 5 3
Amtl. Kennzeichen: REG 903 REG 906
Wasserwacht Viechtach 99/ 1

Das Motorrettungsboot wurde aus Mitteln des BayRDG (Bayerisches Rettungsdienstgesetz) beschafft, und kann durch die angebrachte Beleuchtung auch nachts betrieben werden. An Bord sind neben der vorgeschriebenen Ausstattung wie Anker, Leinen, Fender, Feuerlöscher, … auch eine Notfalltasche sowie Rettungsmittel wie eine Rettungsboje und ein Combi-Carrier (schwimmfähige Trage) und ein Funkgerät. Jede an Bord befindliche Person muss eine Rettungsweste tragen. Diese Ausrüstung ist immer auf dem Motorboot vorhanden, um ein schnelles Ausrücken im Einsatzfall gewährleisten zu können. Außerdem muss sich an Bord immer ein ausgebildeter Bootsführer, als auch ein Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst bzw. Wasserretter befinden.

Wasserwacht Viechtach 99 / 2

Das RWC (Rescue Water Craft) wurde 2017 durch Spendengelder beschafft und dient so als weiteres Motorboot speziell für schnelle und zeitkritische Rettungen als auch für Vermisstensuchen. An Bord befinden sich auch hier Feuerlöscher, Leinen, … als auch eine Rettungsboje, Rescue-Sled (schwimmfähige Trage) und Funkgerät. Das RWC kann aufgrund Größe und geringeren Gewichts auch bei geringeren Wassertiefen betrieben werden. Einen weiteren Vorteil bietet der Jet-Antrieb, so ist kein Außenborder nötig, welcher eine zusätzlich größere Wassertiefe benötigt und auch größere Gefahren aufgrund der außen liegenden Bootsschraube birgt. Aufgrund dieser Vorteile ist ein effizienteres Absuchen von Ufergebieten, als auch Gewässerabschnitten mit geringer Wassertiefe möglich.



Für den Transport von Patienten besitzt das RWC ein Rescue-Sled welches hinten befestigt wird. Hier kann auch ein Schwerverletzter einfach und zügig durch zwei Wasserretter transportfähig gemacht werden. Da das Rescue-Sled auf der Wasserfläche treibt, kann der Patient in waagerechter Lage verbleiben (Wirbelsäulentrauma, After-Drop-Effekt) und muss nicht über die Bordkante ins Boot gehoben werden.



Der Bootsführer, als auch der Wasserretter ist am RWC mit Rettungsweste, Helm und PSA ausgestattet. Hierdurch ist zusätzlich von beiden Rettungsschwimmern ein schnelles Eingreifen als Wasserretter möglich.

Ausbildung

Um die Motorrettungsboote der Wasserwacht führen zu dürfen, ist ein Lehrgang zum Bootsführer nötig, als Voraussetzung ist hier der Wasserretter als auch eine körperliche und geistige Befähigung nachzuweisen. Die Ortsgruppe Viechtach besitzt hierfür momentan einen Ausbilder Bootsdienst, welcher auch die Ausbildungen für die Kreiswasserwacht Regen übernimmt.

Die Prüfung gliedert sich in Folgende Punkte:

Theorie:

Praxis:

Schlauchboote

Um auch die Fluss-Bereiche mit erhöhter Strömung abdecken zu können, stehen den Wasserrettern ein Schlauchboot als auch ein Raft zur Verfügung. Diese werden mit 5 bis 7 Rettungsschwimmern besetzt, welche nun auch in schwer zugänglichen Bereichen Personen retten können. Als Schutzkleidung werden auch hier die Wasserretteranzüge samt Rettungsweste und Helm getragen.

Raft

Das Raft besitzt den großen Vorteil, dass dieses einen schwimmfähigen Boden besitzt, so kann das Raft mit Löchern versehen werden, welche ein Volllaufen auch bei sehr hohem Wellengang vermeiden, da das Wasser ohnehin jederzeit einlaufen und wieder entweichen kann. Zusätzlich ist der schwimmfähige Boden herausnehmbar und kann so als Eisrettungsschlitten verwendet werden. Transportiert wird dieses einsatzklar aufgeblasen auf dem Motorboot, so können zusätzlich die benötigten Paddel und Wasserretterausrüstungen geschützt im Motorboot transportiert werden und die Laderäume des Wasserrettungswagens bleiben frei. Ein weiterer Vorteil, der sich hieraus ergibt, ist die Tatsache, dass bei unklaren Lagen nicht entschieden werden muss, ob der Schlauchbootanhänger oder das Motorboot zum Einsatz gebracht werden soll, da so die gesamte Ausrüstung mitgenommen werden kann.

Schlauchboot

Bei größeren Einsatzlagen in unzugänglichen Gewässern, wird weiterhin ein zweites Schlauchboot vorgehalten, dies ist etwas kleiner und besitzt keinen schwimmfähigen Boden. Die Wasserretter können aber auch hiermit bei entsprechenden Wasserständen die Such- und Rettungseinsätze unterstützen und durchführen.

Hierfür ist eine komplette Ausrüstung mit entsprechenden Pressluftflaschen zum schnelleren befüllen des „leeren“ Bootes vorbereitet.